Das Mitarbeitergespräch

Das Mitarbeitergespräch

Das Mitarbeitergespräch

 

„Das Mitarbeitergespräch wird von vielen Führungskräften sträflich vernachlässigt – warum?“


 

In dem Video heute zeige ich Ihnen einen kleinen Ausschnitt aus einem meiner Seminare. Darin lernen Führungskräfte ihre Mitarbeiter zu coachen. Ich hoffe, dieser Ausschnitt hilft Ihnen bei der schwierigen Aufgabe, ein Mitarbeitergespräch zu meisten. Sie erfahren ein wenig über die – für mich – wichtigste Technik in einem Mitarbeitergespräch.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1       Das Mitarbeitergespräch

1.1    Die Technik des Mitarbeitergespräches muss man „begreifen“

1.2    Wie oft findet ein Mitarbeitergespräch statt?

2       Warum haben Führungskräfte Angst vor dem Mitarbeitergespräch?

2.1    Selbsterkenntnis hilft

2.2    Selbsterkenntnis benötigt Mut

2.3    Was man auf der Uni nicht lernt …

2.4    Fatale Auswirkungen, wenn die Mitarbeiterführung nicht gelernt wird

2.5    Der wahre Grund, weshalb ein Mitarbeitergespräch nicht geführt wird

3       Sofort etwas verändern

3.1    Ein Beispiel, was sofort bedeutet

3.2    Gute Mitarbeiterführung benötigt gute Vorbilder

3.3    Gute Mitarbeiterführung benötigt herausragende Vorbilder

4      Können statt Wissen

5      Für jede Gesprächssituation mit Mitarbeitern gewappnet sein

5.1   Wozu müssten Führungskräfte eigentlich in der Lage sein?

 

 

1       Das Mitarbeitergespräch

 

Häufig hat man im Hinterkopf, wenn man „Mitarbeitergespräch“ hört, dass damit das einmal pro Jahr stattfindende Jahregespräch gemeint ist. Das ist auch ein Mitarbeitergespräch, sogar ein sehr wichtiges Mitarbeitergespräch. Nur wenn man seine Kommunikation mit den Mitarbeitern darauf beschränkt, dann muss man sich nicht wundern, wenn in dieses eine Gespräch viel zu viel an Erwartungen hineingepackt wird.

Dadurch werden Enttäuschungen produziert, weil es nicht das erfüllt, was man hinein interpretiert. Enttäuschungen übrigens auf beiden Seiten, sowohl bei Mitarbeitern als auch bei den Führungskräften.

Es gibt Unternehmen, die ihre Führungskräfte zu dem Thema Mitarbeitergespräch trainieren oder trainieren lassen, damit diese Jahresgepräche optimal verlaufen. Die Führungskräfte haben durch diese Unterstützung oft eine Menge an Wissen angehäuft, wie solch ein Mitarbeitergespäch ablaufen sollte – und dennoch sind sie damit sehr überfordert. Einerseits weil man dem, da es nur einmal im Jahr angesetzt ist, eine zu große Bedeutung zumisst. Zweitens: die Führungskräfte haben einiges gelernt, WISSEN angehäuft, wie es geht, aber sie KÖNNEN es nicht wirklich.

1.1 Die Technik des Mitarbeitergespräches muss man „begreifen“

Ich möchte mal kurz ein Bild skizzieren wie mir das manchmal vorkommt. Stellen Sie sich bitte folgende Situation vor: Sie erklären einem Kind Tischmanieren, wie es mit Messer und Gabeln essen soll und einiges mehr. Es wird ihm ganz genau beschrieben, was zu tun ist. Vielleicht wird sogar das „Handwerkszeug“ (Messer, Gabel, etc.) gezeigt, das eingesetzt wird. Wer von uns glaubt denn nun, das das Kind die Tischmanieren beherrscht?

Um Meisterschaft darin zu erlangen, muss es live eingeübt werden. Und dazu gehören auch Fehler. Man muss es im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“, wie sich das Besteck anfühlt. Bin ich Links- oder Rechtshänder, wie ist meine Sitzhaltung, welche Reihenfolge ist einzuhalten, wie kommuniziere ich mit dem Ober, wenn es in einem Restaurant stattfindet, etc. etc. Und vor allem muss es regelmäßig stattfinden, sonst hat man es schnell wieder vergessen. Ein einmaliges Üben versandet in kürzester Zeit.

Wer nur einmal im Jahr mit seinen Mitarbeitern ein so überaus wichtiges Mitarbeitergespräch führt und dann das ganze Jahr nicht mehr, wie soll der lernen ein professionelles Mitarbeitergespräch zu führen. Das ist genauso unsinnig, als wenn jemand sich mal kurzfristig sportlich betätigt und dann meint, die Kondition hält nun die nächsten 11 Monate an.

Das hat übrigens zu solchen Stilblüten geführt, dass in nicht wenigen Unternehmen ein Mitarbeitergespräch so abläuft, dass man sich am letzen Jahr orientiert, hier und da eine kleine Veränderung im Protokoll vornimmt und das war’s dann. Alles einfach schnell abhaken und dann „haben wir beide wieder ein Jahr Ruhe“ und manch einer denkt („mit dem Scheiß“). Unsere Pflicht und Schuldigkeit haben wir ja jetzt getan, weil es ja so gefordert ist. Aber wirklich dahinter, stehen viele nicht. Aber vor allem auch, weil sie sich nicht sicher fühlen, es einfach nicht KÖNNEN.

1.2 Wie oft findet ein Mitarbeitergespräch statt?

Gelegenheit zu einem Mitarbeitergespräch gibt es fast täglich. Sicherlich nicht in dieser ausführlichen Form wie bei den Jahresgesprächen. Wenn man die Mitarbeiterführung nur auf das Jahresgespräch beschränkt, dann sollte man sich nicht wundern, wenn die Mitarbeiter nicht so mitziehen, wie man es sich selbst und das Unternehmen wünschen.

Es gibt Situationen, in denen muss ein Mitarbeiter nahezu täglich geführt werden. Das heißt aber auch, dass täglich ein Mitarbeitergespräch ansteht. Oder besser sollte man schreiben: anstehen müsste. Aber geführt werden diese Gespräche oft nicht. Warum? Weil immer noch etwas Wichtigeres dringlicher ist.

Ein anderer Grund besteht leider darin, dass ein Teil der Führungskräfte nicht in der Lage ist solche Gespräche wirklich professionell zu führen und dann lassen sie es lieber gleich. Und ein weiterer Teil, das habe ich zumindest festgestellt, die haben einfach Schiss davor solche Gespräche zu führen. Vor allem, wenn es ein so genanntes schwieriges Mitarbeitergespräch ist. Und noch ein weiterer Teil, die führen solche Gespräche, benehmen sich aber wie die Axt im Walde und wundern sich dann, dass Misserfolge vorprogrammiert sind.

Meine Erfahrung ist, nur die wenigsten Führungskräfte sind in der Lage professionelle Mitarbeitergespräche zu führen. Aber woher auch? Ihnen ist es nie richtig beigebracht worden.

Unternehmen legen Wert darauf zu lernen, wie man die Spesenabrechnung durchführt oder das CRM-System pflegt und ähnliches. Richtig: das ist auch alles wichtig. Aber mindestens genauso wichtig ist es, zu wissen, wie man als Führungskraft mit dem Wichtigsten, was ein Unternehmen besitzt, umgeht: DEN MITARBEITERN.

drei wertvolle Insider-Tipps  hier...

2      Warum haben Führungskräfte Angst vor dem Mitarbeitergespräch?

Erst einmal sollte man sich – wenn es zutrifft – zugestehen, dass man – na, nennen wir es nicht Angst, sondern Respekt vor dem Mitarbeitergespräch hat. Denn nur wenn man das vor sich selbst wahr haben will, dann kann man etwas an dieser Situation ändern. Das ist doch ganz logisch.

Viele Führungskräfte gestehen sich ihre Ängste und Befürchtungen aber nicht ein. Die Grundlage um etwas Neues zu lernen wird nicht geschaffen. Das Resultat: Es werden auch keine wirklich erfolgreichen Mitarbeitergespräche geführt. Sie werden, wo es eben geht, umgangen.

Und wenn es dann unausweichlich auf der Agenda steht, weil es vom Unternehmen gefordert wird, dann stehen diese Führungskräfte regelmäßig „auf dem Schlauch“. Und sie erfinden immer wieder neue Begründungen (Ausreden), weshalb es nicht so gut funktioniert hat. Nicht zuletzt ist oft der Mitarbeiter Schuld. Dass es aber das eigene Unvermögen ist, das können sich viele leider oft nicht eingestehen.

2.1    Selbsterkenntnis hilft

Letzte Woche habe ich ein Erstgespräch für ein Coaching geführt. Es handelte sich um einen jungen Mann (etwa Mitte 30), der vor etwa einem halben Jahr die Führung einer sehr wichtigen Abteilung in dem Unternehmen übernommen hatte. Davor hatte er bereits ein paar Jahre die Leitung eines kleinen Teams, eben in dieser Abteilung.

Der Geschäftsführer – ein weiser Mann – hatte ihm die Empfehlung gegeben, doch an einem Coaching teilzunehmen. Und er hat diese Empfehlung angenommen, weil ihm ebenfalls bewusst wurde: Ich muss noch Aspekte der Führung lernen, die ich bisher noch nicht so richtig kann. Dazu gehört auch das Führen von einem Mitarbeitergespräch. Und deshalb saßen wir uns letzte Woche in seinem Büro gegenüber.

2.2    Selbsterkenntnis benötigt Mut

Neben einigen anderen exzellenten Eigenschaften war der Geschäftsführer aber vor allem deshalb ein weiser Mann, weil er vor einiger Zeit selbst an einem Coaching teilgenommen hatte, bei einer Kollegin von mir. Aber noch weiser war er, weil er daraus keinen Hehl gemacht hatte. Seine Führungskräfte wussten, dass auch er gecoacht wurde. Und dadurch hat er das Coaching aus dem – wie ich es nenne – Defizit-Ansatz herausgeholt. Damit meine ich, in vielen Unternehmen hat Coaching einen negativen Beigeschmack, nach dem Motto, der hat es nötig, weil der nicht fähig ist. Der braucht noch Coaching.

Dieser Geschäftsführer nun hat eine ganz andere Herangehensweise.

Er sagt:

Gerade die exzellenten Sportler haben einen Coach. Nicht weil sie schlecht sind, sondern ganz im Gegenteil, weil sie sich ständig verbessern wollen. Genau aus diesem  Grund haben die exzellenten Führungskräfte und Manager einen Coach, einen Sparringspartner.

Eben das hat er seinen Führungskräften vorgelebt. Hat das die Einstellung zum Coaching und zur Mitarbeiterführung in diesem Unternehmen verändert? Aber ja!!!

Und genau das war der Grund, weshalb diese noch recht junge Führungskraft (jung zumindest bezogen auf die Verantwortung, die mit der neuen Funktion verbunden war) überhaupt kein Problem damit hatte, einem Coaching zuzustimmen.

Gleichwohl hatte er im Erstgesspräch geäußert, dass es ihm auch ein klein wenig mulmig ist, weil er ja nicht genau wüsste, was da so auf ihn zukommt. Aber das ist ganz normal. Wir alle stehen völlig neuen Situationen immer mit einem etwas kribbelnden Gefühl gegenüber.

2.3    Was man auf der Uni nicht lernt

Aber das wichtigste im Zusammenhang mit unserem Thema heute: dem Mitarbeitergespräch, war, was er in unserem Erstgespräch noch sagte:

„Ich bin Ingenieur und habe an der Fachhochschule/Uni alles gelernt, was ich brauche um meinen Job fachlich zu bewältigen. Aber wir haben NICHTS gelernt, um mit Mitarbeitern professionell umgehen zu können. Noch nicht einmal, wie man ein einfaches Mitarbeitergespräch führt.“

2.4    Fatale Auswirkungen, wenn das Führen von Mitarbeitern nicht gelernt wird

Und dann sagte er, im Prinzip hätte er dieses Wissen, dieses Knowhow, dieses Verhaltensrepertoire bereits auf der Stufe als Gruppen-/Teamleiter lernen müssen. Aber die vorhergende Geschäftsführung war an solchen Themen überhaupt nicht interressiert. Und deshalb müsse man sich jetzt auch nicht wundern, dass die Unternehmenzahlen peu á peu immer weiter in den Keller gegangen sind.

Aber für den neuen Geschäftsführer war dieser Mangel sehr offensichtlich. Vielleicht hat er diesen Weitblick, weil es nicht das erste Unternehmen ist, dem er mit seiner Expertise geholfen hat. Von seinem Konzern wird er seit einigen Jahren, immer wieder in solchen Fällen eingesetzt. Denn  im Konzern weiß man, dass die Mitarbeiterführung einer der wichtigsten Schlüssel, wenn nicht gar der wichtigste Schlüssel ist, um Unternehmen langfristig erfoglreich zu machen. Und das Mitarbeitergespräch ist dazu ein ganz wesentlicher Baustein. Aber es wird von vielen Führungskräften nicht wirklich beherrscht.

2.5    Der wahre Grund weshalb ein Mitarbeitergespräch nicht geführt wird

Das Nicht-Können, die Unsicherheit, ist tatsächlich ein Grund, weshalb Führungskräfte Befürchtungen und Ängste vor Mitarbeitergesprächen haben. Sie haben es einfach nicht gelernt. Es ist eine Grundweisheit, dass wir alle Gefühle von Unsicherheit haben – mehr oder weniger – wenn wir mit einer neuen Situation konfrontiert werden. Führungskräfte wissen zumeist, wie man Finanzprobleme, technische Probleme oder organisatorische Probleme löst. Damit kennen sie sich aus, das haben sie gelernt. Aber wie man Mitarbeiter richtig führt, das wurde ihnen nicht beigebracht.

Die Betonung liegt auf richtig führen. Denn Führung, das geschieht täglich eine Million Mal von hunderttausenden von Führungskräften. Nur, ob es eine gute Führung ist, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Geführt wird auch von den Führungskräften, die einfach alles nur laufen lassen. Auch das ist Führung, nur eine äußerst schlechte.

3     Sofort etwas verändern

 

Richtiges Führen zu lernen, das sollte man nicht verschieben. Wenn Sie für sich erkannt haben, dass Mitarbeiterführung für Sie ein Thema ist und das Mitarbeitergespräch ein wichtiges Instrument, dann beginnen Sie jetzt sofort etwas zu verändern. Allerdings nur, wenn Sie sich hier wirklich weiter entwickeln wollen. Wenn Sie bereits perfekt sind, dann hat dieser Artikel für Sie keine Relevanz.

Wenn Sie allerdings merken, dass es bei der Mitarbeiterführung hier und da hapert, dann schieben Sie es bitte nicht auf. Denn wenn Sie es heute aufschieben, dann werden Sie es morgen und übermorgen und den Tag danach auch wieder aufschieben. Aber genau das zeichnet Top-Führungskräfte nicht aus. Sie packen den Stier immer sofort bei den Hörnern. Allein dadurch würden auch Sie einen wichtigen Schritt in Richtung Top-Führungskraft machen.

3.1 Ein Beispiel, was sofort bedeutet

Und genau diesen Schritt ist die Führungskraft, bei der ich letzte Woche zum Erstgespräch war, gegangen. Ich wollte mir noch das Werk anschauen, weil es für mich als Führungskräfte-Coach immer wichtig ist, das Umfeld kennen zu lernen, in dem die Führungskraft arbeitet. Und ich fragte ihn: „Wenn wir jetzt herumgehen und wir Ihren Führungskräften oder Mitarbeitern begegnen, wie wollen Sie mich vorstellen?“

Wir haben gemeinsam überlegt und dann ist er auf meinen Vorschlag eingegangen, dass er mich als seinen Coach vorstellt, der hier demnächst hin und wieder mal zu sehen sein wird. Und dann führte er, wenn wir einen von seinen Leuten trafen, weiter aus: „Der ist dazu da, um mir zu helfen, dass ich in der Mitarbeiterführung besser werde.“ Und mit einem Grinsen fügte er hinzu: „Damit ich besser mit Euch klar komme.“

Was glauben Sie, wie hat das auf seine Führungskräfte und Mitarbeiter, die wir trafen, gewirkt? Haben sie ihn für schwach und hilfbedürftig gehalten? Für jemanden, der es nötig hat? Der nicht mehr ein noch aus weiß? Ganz und gar nicht, man konnte merken, dass sie mit Respekt reagiert haben.

3.2 Gute Mitarbeiterführung benötigt gute Vorbilder

Dass diese Führungskraft dazu fähig war, das lag mit Sicherheit daran, weil sie in dem Geschäftsführer ein gutes Vorbild hatte. Indem dieser so selbstverständlich damit umgegangen ist, und gezeigt hat, dass Coaching zum Leben einer Führungskraft dazu gehört, hat er wichtige Impulse gesetzt. Der Geschäftsführer hat genau das richtige Signal gegeben, damit seine Führungskräfte fähig sind an ihrer Führungsperformance zu arbeitern.

Und fast könnte man sagen, selbst wenn ein Mitglied der oberen Führungsetage kein Coaching nötig hätte – so ganz nebenbei, viele haben es. Aber nochmal, wenn es ein Oberboss nicht nötig hätte, dann würde er für die Performance seines Unternehmens einen ganz wichtigen Beitrag leisten, wenn er für sich ein Coaching in Anspruch nähme. Damit demonstriert er, das ist für eine Führungskraft genauso wichtig, wie die Investition in die Weiterbildung der fachlichen Kompetenz.

Auf das Training, die Weiterbildung der fachlichen Expertise, darauf verzichten nur ganz schlechte Unternehmen und sparen auch an dieser Stelle. Die brillianten Unternehmen aber, die investieren nicht nur in die fachliche Fortbildung, sondern auch regelmäßig in die Qualifikation der Führungsfähigkeiten.

3.3 Gute Mitarbeiterführung benötigt herausragende Vorbilder

Die älteste  Führungskraft, die ich jemals gecoacht habe war übrigens 63 Jahre alt. Der Geschäftsführer und Mitinhaber eines weltweit tätigen Unternehmens mit 6.000 Mitarbeitern. Als er erkannte, dass er – ich will’s mal so formulieren – an einem bestimmten Punkt Unterstützung brauchte, hat er sie sich in Form eines Coachings geholt. Und die gesamte Führungsriege wusste darüber bescheid. Daraus hatte er keinen Hehl gemacht. Was glauben Sie, wie ist seine Führungsmannschaft zukünftig mit dem Thema Coaching und allen anderen Führungsthemen umgegangen?

Er hätte doch auch sagen können: „Ich, in meinem Alter, das habe ich nicht mehr nötig.“ Aber im Gegenteil, gerade weil auch er ein weiser und kluger Mann war, wusste er genau, wo seine Grenzen liegen. Genauso wie die Top-Sportler wissen, wobei sie Unterstützung brauchen. Die kämen nie auf die Idee, dass sie bereits alles können.

 

Machen auch Sie Führungsfehler? hier erfahren Sie mehr...

4       Können statt Wissen


Wenn Sie unsicher sind in der Mitarbeiterführung, beim Mitarbeitergespräch, dann sollten Sie sich eines klar machen: SIE TRIFFT KEINE SCHULD!

Wie ich weiter oben bereits ausgeführt habe, es wird auf fast keiner Uni oder Hochschule gelehrt. Zumindest nicht so, dass man das Gefühl hat, jetzt kann ich es. Und auch in den Unternehmen wird, wenn überhaupt, zumeist nur Wissen vermittelt. Sie glauben gar nicht wieviele Konzepte ich im Laufe meines Lebens als Führungskräftetrainer und Coach schon gesehen habe, die lediglich die Wissensvermittlung im Fokus hatten.

Es gibt dann einen exakten Fahrplan, wie man vorgehen soll, was zu tun ist. Schritt für Schritt wird erklärt wie ein Mitarbeitergespräch ablaufen soll. Ja und dann hat man das erste Gespräch und der Mitarbeiter, die Mitarbeiterin reagiert nicht so, wie man es erwartet und wie es in den schönen Seminarskripten beschrieben wurde. Was dann?

Mitarbeiterführung lernt man nur im Live-Modus. Und Meisterschaft erlangt man nur, wenn man mit jemanden diese Erfahrungen reflektieren und besprechen kann.

5       Für jede Gesprächssituation mit Mitarbeitern gewappnet sein – wie geht das?

 

Das hört sich gut an, für jede Gesprächssituation mit Mitarbeitern gewappnet sein, oder? Dazu möchte ich kurz auch wieder ein kleines Beispiel skizzieren. Ich koche gerne und habe meine ersten Erfahrungen bereits im Alter von 10 Jahren gesammelt. Anfänglich habe ich genau das getan, was mir meine Mutter gesagt hat. Im Prinzip war das ein Coaching. Und ich war stolz, dass ich das zustande gebracht hatte.

Mit 14 Jahren nahm ich an einem ersten Kochkurs teil. Später nahm ich Kochbücher zur Hilfe. Und das geflügelte Wort: „… man nehme … „, bekam seine Berechtigung. Heute schaue ich, was ist in der Speisekammer und Kühlschrank vorhanden, worauf habe ich Hunger und dann geht’s los. Ich habe gelernt, mich den Begebenheiten anzupassen. Ich fühle mich sicher, weil ich weiß, wie mit den Dingen umzugehen ist. Gleichwohl habe ich Kochbücher auch bis heute nicht aus meinem Leben verbannt. Aber ohne auf sie angewiesen zu sein.

Man muss ein Grundverständnis des Kochens haben, sonst ist man immer und immer wieder auf ein Kochbuch, eine Rezeptur, eine Anleitung angewiesen. Letztendlich kann man es dann nicht wirklich, sondern benötigt immer und immer wieder die Zauberworte: „… man nehme …“.

Was bedeutet dieser Vergleich für die Führung von Mitarbeitern? Viele, zu viele Führungskräfte benötigen immer und immer wieder Rezepte. Ohne die Zauberworte: „… man nehme …“ sind sie überfordert. Sich einfach in ein Mitarbeitergespräch zu begeben, sogar in ein schwieriges und kritisches Mitarbeitergespräch, ohne sich minutiös darauf vorzubereiten, können sie sich nicht vorstellen. Es verursacht ihnen Unbehagen.

5.1 Wozu müssten Führungskräfte eigentlich in der Lage sein?

Meine Philosophie ist: Führungskräfte müssen zu Folgendem in der Lage sein. Stellen Sie sich bitte vor, wir haben Dienstag morgen und ein Führungs-Kollege kommt zu Ihnen und fragt Sie:

„Hast Du heute Nachmittag eine Stunde Zeit für mich?“

Und Sie sagen: „Ja, das passt heute ausnahmsweise. Aber worum geht’s denn eigentlich?“

„Ich habe“, anwortet der Kollege, „ein paar Konflikte in meinem Team und jetzt bräuchte ich mal einen Moderator/Coach, der mit mir und meinem Team ein Konfliktgespräch führt.“

Und Sie sagen, ohne mit der Wimper zu zucken: „Klar, mach ich. Wann soll ich bei Dir im Team sein?“

Das verstehe ich unter einem souveränen Umgang mit einem Mitarbeitergespräch oder Teamgespräch. Wenn man also in der Lage ist ad hoc solch ein Gespräche im eigenen Team oder im Team eines Kollegen zu führen. Sogar ohne sich umfassend auf so ein Mitarbeitergespräch vorzubereiten. Wenn man also fähig ist alle Führungssituationen ohne Scheu zu meistern. Wie ist das möglich?

Wie in dem Beispiel mit dem Kochen!

Am Anfang braucht man eine Anleitung (Coaching), eine Hilfe, um das richtige Verständnis und die entsprechenden Fähigkeiten zu entwickeln. Und vielleicht braucht man dann auch noch mal einen (Koch-)Kurs, um das ein oder andere ganz gezielt zu vertiefen. Und dann immer wieder auch das ein oder andere gute (Koch-)Buch, in dem durchaus so etwas wie „… man nehme …“ steht. Also Anleitungen, wie man Meisterschaft und Kompetenz im Umgang mit Mitarbeitern erwirbt.

Aber ganz wichtig ist, dass man permanent (kocht) führt. Oder jetzt in unserem Fall ein Mitarbeitergespräch führt. Immer und immer wieder. Aber nicht diese voluminösen Jahresgespräche, die mit einem Fünf-Gang-Menue vergleichbar sind, sondern kurze Mitarbeitergespräche von 10 oder 15 Minuten Dauer. Dazu gibt es für eine Führungskraft immer wieder Gelegenheit. Man kocht ja auch nicht nur Fünf-Gänge-Menues, sondern hin und wieder auch mal eine Suppe oder einen schnellen Eintopf.

Das Resultat: schließlich geht man mit jeder Führungssituation souverän um. Okay hin und wieder kocht vielleicht etwas über oder es brennt etwas an oder ist noch nicht ganz gar. Aber dann weiß man, wie man so etwas schnell wieder hinbekommt. Und auch ein größeres Menue versetzt einen nicht mehr in Angst und Schrecken. Aber dazu muss ich eine gewisse Meisterschaft und Sicherheit erlangen.

Meine Empfehlung:

Suchen Sie sich jetzt einen Sparringspartner (einen Freund/Freundin oder vertrauenswürdigen Kollegen), mit denen Sie Ihre Führungssituationen hin und wieder durchsprechen könnten.

Ganz wichtig: Dieser Sparringspartner hat erst einmal nichts anderes zu tun, als Ihnen Fragen zu stellen und zuzuhören. Er soll Ihnen behilfich sein auf folgende Fragen Antworten zu finden:

Was tue ich, warum, wozu mit welcher Wirkung und was lerne ich daraus?

Und wenn Sie noch einen Schritt weiter gehen wollen, dann suchen Sie sich einen guten Coach, mit dem Sie diese Fragen durchsprechen können. Und dann werden Sie am Ende die Meisterschaft in Sachen Mitarbeiterführung und Mitarbeitergespräch feiern können.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

… drei wertvolle Insider-Tipps …
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„Wenn Sie diese Fehler vermeiden, dann werden Sie eine Führungskraft, an die sich die Umwelt erinnert!“

 

Hier geht’s zum heutigen Video. Das Mitarbeitergespräch

Die Sprachqualität ist nicht ganz optimal – Sorry.

 

Weiterführende Literatur zum Thema hier …

und hier …

2 Responses so far.

  1. Ingo Patalla sagt:

    Vielen Dank, Herr Butzko für die Tipps und Tricks die Sie hier preisgeben.
    Wenn man, wie ich, sich so nie die Zeit genommen hat, um herauszufinden, was man eigentlich so falsch macht in der Führung seiner Mitarbeiter, dann kann man hier eine Menge lernen. Auch bekommt man ja auch keine direkten Hinweise oder Rückmeldungen von seinen Mitarbeitern. Schließlich fragt man sie ja nicht, „ja wie war ich“ oder „wie bin ich“. Umso besser, wenn man mal seine Fehler aufgezeigt bekommt.
    Ich freue mich auf die nächsten Teile.
    MfG
    Ingo Patalla

    • haraldgbutzko sagt:

      Hallo Herr Patalla,
      vielen Dank für Ihr Feedback. Ich freue mich, wenn es Ihnen weiter hilft. Genau dafür ist dieser BLOG gedacht. Zu Fragen der Mitarbeiterführung Hilfen und Tipps zu bekommen. Wenn Sie spezielle Fragen haben, die hier bisher noch nicht beantwortet werden, scheuen Sie sich nicht, mir über diesen Weg des Kommentars einen Hinweis zugeben. Ich werde es in einem meineer nächsten Beiträge aufgreifen.
      Viele Grüße
      Harald G. Butzko

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